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Dyskalkulie erkennen und richtig behandeln.

Rechenstörung Dyskalkulie – Symptome, Diagnose und Therapie.

Eltern, die das Gefühl haben, dass ihr Kind größere Schwierigkeiten mit dem Rechnen bzw. der Mathematik hat, machen sich oft Sorgen und stellen sich Fragen wie: Hat mein Kind ein ernsthaftes Problem oder ist das noch im normalen Rahmen? Wie kann ich meinem Kind Unterstützung zukommen lassen? Wann sollte ich mir professionelle Hilfe holen?

Mit diesem Beitrag möchten wir Ihnen Hilfestellung für die Beantwortung all dieser Fragen geben und Ihnen aufzeigen, anhand welcher Symptome eine Rechenschwäche oder auch Dyskalkulie zu erkennen ist und wie sie therapiert werden kann.

Was ist Dyskalkulie?

Dyskalkulie ist eine Störung beim Erlernen des Rechnens, also quasi das mathematische Gegenstück zur Legasthenie. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Teilleistungsschwäche im Rechnen. Das heißt, die Kinder sind auf anderen Gebieten mindestens durchschnittlich begabte Schüler und fallen sonst eher nicht durch Lernschwierigkeiten auf.

Statistisch gesehen sind rund 5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von einer Dyskalkulie betroffen. Damit ist die Rechenstörung fast so verbreitet wie die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), doch ist sie in der Öffentlichkeit weniger bekannt und wird darum auch oft übersehen.

Symptome einer Dyskalkulie.

Die Symptome der Dyskalkulie sind vielfältig und treten in unterschiedlichen Kombinationen auf.

> Typische Anzeichen bei Kindern im Vorschulalter:

  • fehlende Entwicklung eines grundlegenden Verständnisses für Mengen und Maße (Zeit, Geld, Längen etc.)
  • Schwierigkeiten bei der Zuordnung von Mengen und Verhältnisangaben (mehr, weniger, kleiner, größer)
  • Probleme beim Abzählen von Gegenständen und bei der Zuordnung von Mengen zu Zahlen

> Typische Anzeichen bei Kindern im Grundschulalter und darüber hinaus:

  • Schwierigkeiten beim Ablesen der Uhr
  • Probleme beim Benennen und Schreiben von Zahlen
  • fehlendes Mengenverständnis
  • zählendes und langsames Rechnen
  • rezeptartiges Anwenden von Rechenschritten ohne Verständnis
  • Verwechslung von Rechenarten
  • Schwierigkeiten mit den Stellwerten
  • kein Verständnis für Textaufgaben

Ein auffallendes Merkmal bei allen von einer Dyskalkulie Betroffenen ist, dass sie oft nur zählend zum Ergebnis kommen. Dazu benutzen sie auch in höheren Klassen die Finger. Man nennt sie auch »Alleszähler«, weil sie schon die Grundrechenarten nicht beherrschen. Diese Konzepte verstehen sie nicht, weil ihnen oft schon die Mengenvorstellung fehlt. Eine Zahl ist nur ein Wort, wie eine Vokabel, die aber keine Bedeutung hat.

Feststellen einer Dyskalkulie.

Meist fällt die Dyskalkulie dadurch auf, dass die Kinder dem Unterricht nicht mehr folgen können und ihre Leistungen abfallen. Ein guter Anhaltspunkt für Eltern sind diese Fragen: »Versucht mein Kind die Mathe-Hausaufgaben aufzuschieben oder zu vermeiden? Dauern die Hausaufgaben sehr lange? Vermeidet mein Kind Situationen, in denen es rechnen muss?« Wenn die Antwort ja ist, ist es angesagt, genauer hinzuschauen.

Denn, obwohl es bereits im Kindergartenalter Hinweise auf eine vorliegende Dyskalkulie geben kann, kann eine Rechenschwäche auch im Schulalter zunächst unbemerkt bleiben. Und auch wenn sich bei einem Schulanfänger Probleme mit Zahlen zeigen, muss dahinter nicht immer gleich eine Dyskalkulie stecken. 

Grundsätzlich gilt: Ob ein Kind tatsächlich von einer Dyskalkulie betroffen ist, kann nur von Experten mithilfe qualifizierter Tests festgestellt werden.

Wie kann Dyskalkulie behandelt werden?

Weil jeder Fall anders gelagert ist, benötigen Kinder mit Dyskalkulie eine gezielte Förderung mit einem individuellen Therapieplan, der ganz konkret an ihrer Ausgangslage und an ihren Symptomen ansetzt. 

Unser ASS-Therapiekonzept basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und gibt Ihrem Kind Lösungsstrategien an die Hand, mit Mengen, Ziffern und Zahlen umzugehen und selbstständig die Lösungen zu finden. Vielfältige Übungsformen helfen ihm, das Gelernte zu automatisieren. 

Neben dem Einüben bestimmter Fertigkeiten ist aber auch die seelische Unterstützung wichtig. Sie hilft dem Kind dabei, sich selbst positiver zu sehen, reduziert Versagensängste und baut Verhaltensschwierigkeiten ab, die sich aufgrund der bestehenden Störungen entwickeln können. Das Ergebnis: Ihr Kind verliert die Angst und traut sich das Rechnen wieder zu. Es ist motiviert und verfügt über mehr Selbstvertrauen.

Unser Fazit:

Von einer Dyskalkulie betroffene Kinder können durch eine frühzeitige Förderung und individuelle lerntherapeutische Maßnahmen große Fortschritte erzielen. Dabei werden Sie als Eltern aktiv in die Planung und Organisation der Lerntherapie mit einbezogen. 

Wenn Sie glauben, Ihr Kind könnte an einer Dyskalkulie leiden, sollten Sie nicht zögern und sich professionelle Hilfe holen. Wenden Sie sich zunächst zur Beratung an seine Lehrkraft, denn diese kann Sie informieren, ob Ihr Kind mit seiner Leistung deutlich unter dem Klassendurchschnitt liegt. Und suchen Sie sich dann qualifizierte lerntherapeutische Unterstützung. Wir beraten Sie gerne dazu.

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Haben Sie Fragen oder wünschen Sie sich eine individuelle Beratung zum Thema »Dyskalkulie«? – Unsere leitende Team-Assistentin Dunja Scherer ist für Sie da! Kontakt: 06221 – 60 19 82 oder per E-Mail